Mittwoch, 18. Oktober 2017

Stützpunktfeuerwehr Berga/Elster

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Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr Berga/E.

           

Im Laufe der letzten Jahre haben sich unsere Aufgaben als Stützpunktfeuerwehr wesentlich erweitert. Neben der Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung bei Unfällen jedweder Art und zu jeder Zeit geht es heute immer öfter auch die Eindämmung von Hochwasserfolgen, die Ölspurbeseitigung auf Straßen und Gewässern, die Notöffnung von Türen oder auch die manchmal angeforderte Tragehilfe für Patiententransporte der Gesundheitsdienste, um nur einige zu nennen! So vielfältig also die Anforderungen, so enorm wuchs auch der technisch notwendige Bestand für die Feuerwehr in Berga.

Natürlich nützt die beste und umfangreichste Technik nur wenig, wenn nicht der effektive Umgang mit ihr von den zur Zeit ca. 25 aktiven Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern von 16 - 60 Jahren in regelmäßige Diensten oder bei Schulungen erlernt und immer wieder geübt und verbessert wird.

Um den Bürgern der Stadt, aber auch vielen anwesenden Osterpfad-Besuchern aus Nah und Fern unsere ehrenamtliche Tätigkeit insgesamt näher zu bringen, lud die Feuerwehr Berga am 19. März 2016 zu einem weiteren Tag der offenen Tür ein.

In stündlichen Abständen präsentierten die Kameradinnen und Kameraden auf dem Platz vor dem Gerätehaus für jeden in extra langsamen und damit nachvollziehbaren Übungen, welche Handlungen und Abläufe für angenommene Notfälle notwendig sind. Los ging es damit zu zeigen, wie eine verletzte Person (hier ein Dummy) unter einem LKW befreit wird. Dazu musste der LKW nach vorheriger Unterbau- und Wegroll-Sicherung mit zwei pneumatischen Kissen angehoben werden, was schon mal ein gutes Fingerspitzengefühl erfordert. Bei der zweiten Übung wurde dem staunenden Publikum vorgeführt, wie binnen zwei Minuten ein 4x6m großes Rettungszelt funktionstüchtig aufgestellt wird, das vorübergehend und sehr flexibel viele Menschen zur weiteren Betreuung und Versorgung aufnimmt, wie es z.B. nach einem Massenunfall oder bei einer Großschadenslage notwendig werden kann. Das Zelt lässt sich bei Bedarf auch mit medizinischer Ausrüstung, Heizung und Licht komplettieren.

Der sogenannte Leiterhebel, welcher bei der dritten Übung demonstriert wurde, ist ein relativ einfach und schnell zu realisierender Aufbau aus Steckleiterteilen, Sicherungsleinen und einer stabilen Krankentrage. Er dient zur Rettung von Personen aus einem höheren Stockwerk eines Hauses wenn es keine andere Möglichkeit gibt, dort unbeschadet jemanden  herauszubekommen. Diese Art der Rettung erfordert viel Geschick und Erfahrung der Feuerwehrleute.

Die einzelnen Schritte aller vorgeführten Übungen wurden für die Zuschauer ausführlich vom stellvertretenden Wehrführer der Feuerwehr Berga, dem Kameraden Achim Geßner, kommentiert.

Im weiteren Verlauf des Nachmittages konnten sich alle Besucher bei guter Versorgung mit Rostern oder Kaffee und Kuchen in aller Ruhe ansehen, welche Fahrzeuge für welche Gefahrenart genutzt werden, wo sich die Kameradinnen und Kameraden für den Einsatz vorbereiten oder auch, wie es in einer Atemschutzwerkstatt aussieht und was dort nach einem Brandeinsatz von dem Gerätewart zu tun ist. Dabei erfuhren sie viel Wissenswertes. So z.B., dass ein Atemschutzgeräteträger für einen  Innenangriff bei der Brandbekämpfung bis zu 23 kg zusätzliches Gewicht mit sich führen muss. Dazu gehören nicht nur die dickere persönliche Spezialschutzausrüstung (Jacke, Hose, Handschuhe und Helm) gegen starke Hitzeeinwirkung und der obligatorische Pressluftatmer, sondern auch Handlampe, Sicherungsleine, Funkgerät, Axt usw. So ausgestattet geht es dann zur eventuellen Personensuche in verrauchten heißen Räumen bzw. zum Löschen eines Brandes. Es gehört also eine ordentliche Portion Mut und Fitness dazu, um so etwas zu leisten!

Den besonders Interessierten war es möglich, mal einiges an Kleintechnik selbst in die Hand zu nehmen und zu probieren, oder den eigenen Mut beim Abseilen aus dem ersten Stock eines Hauses zu testen. Außerdem war es möglich, auf den eigenen PKW zugeschnittene Rettungskarten zu bekommen. Diese erleichtern den Einsatzkräften entscheidend den Zugang zu einem verriegelten Fahrzeug bei einem Unfall, um schnelle Hilfe leisten zu können, des weiteren stehen darauf wo alle versteckten Gefahren sich befinden wie Batterie, Airbag oder Gurtstraffer. Diese sollten deshalb zweckgemäß hinter die Sonnenblende auf der Fahrerseite gesteckt werden!

Für die ganz jungen Gäste gab es Rundfahrten mit unserem Löschfahrzeug und weitere Kinderbelustigungen. Selbstverständlich hat auch die Jugendfeuerwehr mit zwei schnellen Löschangriffen stolz ihre sehr guten feuerwehrtechnischen Kenntnisse und Fähigkeiten vor dem begeisterten Publikum unter Beweis gestellt.

Da ja nun auch das Osterfest nicht weit war, ließen sich die Kameraden noch einen ganz besonderen Gag einfallen: Mit Schere und Spreizer, welche sonst zur Öffnung von verriegelten Unfallwagen genutzt werden, musste jeweils ein auf einem Pylon stehendes gekochtes Hühnerei auf einen anderen Verkehrskegel gesetzt werden, ohne es dabei zu zerbrechen. Nur wenige Probanden zeigten das dafür notwendige Feingefühl, was aber auch bei dem jeweiligen Gewicht der Geräte von mehr 10 kg zu erwarten war. Der Aha-Effekt war schon deshalb mehr als gegeben! Übrigens: die gänzlich   oder halbwegs unbeschädigten Eier durften die Glücklichen mit nach Hause nehmen.

 

Wir hoffen, dass alle den Heimweg gut überstanden haben und wir den Besuchern einen informativen Nachmittag bieten konnten. Allen an der Vorbereitung und Durchführung beteiligten Kameradinnen, Kameraden und unseren fleißigen Helfern gebührt an dieser Stelle ein herzlicher Dank der Wehrführung und des Vereinsvorstandes.                                                  BoGu